#WeGoYuGo

20 Jahre nach Dayton: eine journalistische Recherchereise nach Zagreb, Sarajevo, Belgrad und retour über Ljubljana. 5 Tage, 4 Städte, 7 Grenzen, 4 Währungen, viel Spaß, wenig Schlaf und überhaupt viel zu wenig Zeit. Ein Projekt für den Studiengang Journalismus & PR an der FH JOANNEUM Graz. Und eine kleine Übung in Sachen collaborative, distributed journalism

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MISSION

Wir nehmen euch mit auf eine Reise gegen den Strom. Wir, das sind 30 Journalismus- und PR-Studierende des Studiengangs JPR der Grazer FH JOANNEUM. Wir reisen südwärts, in Länder, die es vor 25 Jahren noch gar nicht gab. Vor 25 Jahren war dort Jugoslawien. Das Land, in dem unsere Eltern im Sommer günstig Urlaub gemacht, Cevapi gegessen, Cockta und Rakija getrunken haben. Das Land, in dem Tito so etwas wie einen blockfreien, dritten Weg zwischen „Ostblock“ und „Westen“ suchte. Das Land, aus dem seit den 60er-Jahren viele Menschen nach Österreich kamen, um hier zu arbeiten und zu leben. Sie sind mit Autos gekommen, die Jugo hießen, und die Straße, über die sie kamen und über´s Wochenende heimfuhren, nannten unsere Eltern „Gastarbeiterroute“.

Als wir als Kinder dann auf Urlaub gefahren sind, gab es Jugoslawien nicht mehr. Wir sind dann eben nach Kroatien auf Urlaub gefahren. Von den blutigen Kriegen, die ab 1991 den Balkan erschütterten — die größte europäsche Katastrophe nach dem II. Weltkrieg — haben wir in der Schule gehört. Ende November wird es genau 20 Jahre her sein, dass diese Kriege mit dem Friedensvertrag von Dayton beendet wurden. Mit Folgewirkungen bis heute.

Viele der 90.000 Menschen, die damals nach Österreich flüchteten, sind hier geblieben. In Den Haag laufen immer noch Verfahren, um die Kriegsverbrechen dieser Zeit aufzuklären und zu sühnen. Und die Nachfolgestaaten, die sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit der Europäischen Union annähern durften und dürfen, kämpfen mit Wirtschaftskrise und schweren Strukturproblemen. Wir haben diese Länder fast ein wenig vergessen — würden sie nicht gerade in ganz anderem Zusammenhang wieder in den Nachrichten auftauchen. Als Transitzonen für Abertausende Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, aus Asien und Afrika, die sich nach Norden aufgemacht haben. „Westbalkanroute“ nennen wir diese Wege heute.

Wir reisen gegen den Strom. Wir wollen uns in den Hauptstädten von vier dieser Nachfolgestaaten — in Zagreb, Sarajevo, Beograd und Ljubljana — umsehen. Wir recherchieren, wir fragen nach und berichten. Nicht nur darüber, wie sich die Flüchtlingskrise aktuell auswirkt, sondern auch, wie sich die Region in den vergangenen 20 Friedensjahren entwickelt hat. Wie sieht der urbane Alltag aus? Gibt es Anzeichen für einen Wandel? In Politik, Gesellschaft, in der Medienszene? Mit welchen Herausforderungen kämpfen die Menschen dieser Länder? Welche Erfolge gibt es zu verzeichnen?

Auf unserem Blog berichten wir laufend darüber, was wir herausgefunden und erlebt haben. Manchmal live, manchmal nicht. Wir schreiben, fotografieren, twittern, instagramen. Über den Hashtag #WeGoYugo findet ihr unsere Texte, Bilder und Videos. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr uns Fragen schicken. Wenn wir Lust und Zeit haben, versuchen wir, sie auch zu beantworten.

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VERÖFFENTLICHUNGEN

#WeGoYuGo-Blog auf Medium
> Twitter: #WeGoYuGo
> Instagram: #WeGoYuGo
> Facebook: #WeGoYuGo

2015-11-27_16-04-30

> Der Falter
Ivan Osim im Gespräch: “Jugoslawien war super”

> derstandard.at
20 Jahre Dayton: Von Blockierern und Visionären
“Refugee City” Belgrad: Gras wächst hier keines mehr
Watchdogs gegen Korruption und organisiertes Verbrechen
Die Styria in Kroatien: Erfolgsgeschichte mit Schattenseiten

> Kosmo
7 ungewöhnliche Reisetipps für Sarajevo
Gespalten wie eh und je: Bosnien-Herzegowina

> Futter
#WeGoYuGo: Vier Städte in fünf Tagen

PROGRAMM

27.10. TAG 1 — ZAGREB

11:00 Styria Media Group AG: Croatia (Vecernji List, 24sata, Bingo!)
11:00 Edward Bernays School — Treffen mit Dean Damir Jugo, Vice Dean Zdeslav Milas und Leiter der Abtl. International Cooperation Adian Beljo

28.10. TAG 2 — SARAJEVO

10:00 Gespräch mit Adelheid Wölfl (Der Standard, Der Tagesspiegel)
14:00 Center for Investigative Reporting (CIN) mit Renata Radic-Dragic
14:00 Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) mit Srecko Latal
16:30 Gespräch mit Bruce Berton und Ulrike Hartmann— Office of the High Representative of BiH

29.10. TAG 3 — SARAJEVO

11:00 Al Jazeera Balkans mit Goran Milic
11:00 Oslobođenje

30.10. TAG 4 — BEOGRAD

Refugee City Beograd: Refugee Aid Serbia, Mikser House, ADRA u.a.

TAG 5 — LJBUBLJANA

14:00 Meta Krese — “Walls of the World” / War and Conflict Reporting

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